WiB-Podiumsdiskussion zum Weltfrauentag in der französischen Botschaft

„Inwiefern können Frauen aus Ländern der Dritten Welt von den Erfahrungen und Kenntnissen von Frauen aus Industrienationen profitieren?“, lautete eine der Kernfragen, die das hochkarätig besetzte Podium diskutierte. Auf dem Podium waren Unternehmerinnen beider Seiten und eine leitende Mitarbeiterin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Daniela Zehentner-Capell, vertreten. WIB-Mitglied Monica Carcó, leitende Mitarbeiterin von UNIDO (United Nations Industrial Development Organization, Wien), übernahm die Moderation. Zu der WIB-Veranstaltung waren neben Clubmitgliedern auch Gäste aus Fachkreisen geladen.

Die einführenden Worte sprachen der Gastgeber, S. E. der französische Botschafter Philippe Etienne,  und S. E. der tunesische Botschafter Elyes Kasri. Sie berichteten, welche Anstrengungen ihre jeweiligen Regierungen unternehmen, um Frauen besser für eine eigene berufliche Zukunft zu qualifizieren. Monica Carcó stellte eine Studie der UNIDO vor, in der in den vergangenen 15 Jahren 1200 Akademikerinnen aus den MENA-Staaten befragt wurden. Das Ergebnis ist nicht ermutigend; die Arbeitslosigkeit liegt bei 50%. Wie kann man die Arbeitslosigkeit bekämpfen und die Frauen verstärkt in den Produktionskreislauf einbringen?

Fatoumata Ba aus Nigeria und Maha Abu Shousheh aus Palästina trafen im Podium auf Elisabeth Hintermann, eine erfolgreiche Unternehmerin aus dem Bayerischen Wald. Die Unternehmerinnen berichteten über ihren Werdegang und jeweiliges Geschäftsmodell (vom Startup bis zum ererbten Unternehmen) und wie sie ihre Ideen in den jeweiligen Ländern umsetzen konnten. Sie zeigten auch die Schwierigkeiten und Stolpersteine auf, die sich interessanterweise unabhängig von der Herkunft glichen: Zugang zu finanziellen Mitteln, die Hemmschwelle, ein wirtschaftliches Risiko einzugehen, die Fähigkeit, Wirtschaftspläne aufzustellen, sowie auch das Selbstvertrauen in den eigenen Erfolg aufzubauen.

Alle Anwesenden betonten die Wichtigkeit von guter Vernetzung. Dies ist auch einer der Leitgedanken von "Willkommen in Berlin"- die Veranstaltung war dazu bestens geeignet.