Willkommenskultur für internationale Mitarbeiter

Gut ankommen! - Ein Konzept der neuen Willkommenskultur für die Lebenspartner von international tätigen Mitarbeitern

Unter diesem Motto fand am 6. Oktober 2014 ein Unternehmensforum zur "Willkommenskultur für internationale Mitarbeiter" in Berlin statt. Der Diplomatenclub im Auswärtigen Amt "Willkommen in Berlin" war eingeladen, um sein Konzept zur Betreuung der Lebenspartner der Diplomaten vorzustellen.

Vertreter von Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft und Universitäten diskutierten, unter welchen Rahmenbedingung neue internationale Mitarbeiter gerne nach Berlin kommen würden und wie attraktiv sich der Standort Berlin im allgemeinen darstellt. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es immer wichtiger wird, der individuellen Lebensperspektive der Mitarbeiter Rechnung zu tragen, um qualifizierte Kräfte zu gewinnen und über einen längeren Zeitraum zu halten. Dieses gilt übrigens auch für die Mitarbeiter der Auswärtigen Amtes und des diplomatischen Dienstes - Berlin ist sozusagen überall.

International tätige Mitarbeiter legen immer mehr Wert darauf, über die eigentliche Berufstätigkeit hinaus, die Wahl des Ortes mit der Lebensplanung des Partners und der Familie zu vereinbaren. Die berufliche Tätigkeit und Entwicklungsmöglichkeit des Partners (Duale Karriere) stehen dabei genauso im Fokus wie das Wohlbefinden des Gesamtsystems Familie. Die Einbindung in das kulturelle Leben eines Wohnortes, neue Sozialkontakte sowie ein passendes Schul- und Universitätsumfeld sind heutzutage grundlegende Faktoren, einen Job anzunehmen oder nicht. Damit wird die Unterstützung des Einlebens des Partners und der Familie auch für den Arbeitgeber zu einem zentralen Kritierium bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter.

Für die Berufstätigkeit des Partners spielen die Vermittlung von Arbeitsstellen, aber auch die Fragen nach der Aufenthaltsgenehmigung sowie der Anerkennung von Berufsabschlüssen eine große Rolle. Gerade bei der Anerkennung von Abschlüssen kann es zu zeitraubenden Verfahren kommen, die die Berufstätigkeit des Partners insbesondere bei kürzeren Standzeiten vor Ort stark behindern. Somit ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Behörden erforderlich.

Für Kinder gibt es mittlerweile in Berlin ein breites Angebot von Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten mit international anerkannten Abschlüssen, die den Zugang zu weiterführenden Schulen oder Universitäten ermöglichen.

Für die Einbindung des Ehepartners in das kulturelle Angebot und für das Knüpfen sozialer Kontakte empfand sich die Wirtschaft bisher eher weniger zuständig. Für das "gute Ankommen" waren einzig die Hardfacts, hauptsächlich die Wohnungs- und Schulsuche, von Belang.

Für das Eingliedern in ein neues Lebensumfeld und das Wohlbefinden an einem neuen Ort sind sicherlich diese Hardfacts von großer Bedeutung, dennoch ist es für den Lebenspartner in einer neuen, oftmals auch anderssprachigen Umgebung fast genauso wichtig, sozialen Anschluss zu finden. In diesem Feld engagiert sich Willkommen-in-Berlin nun bereits seit 15 Jahren, indem es ein umfassendes Angebot schafft, wo sich Neuankömmlinge in Berlin zurecht finden, aber auch in einem intellektuellen Begegnungsraum Personen kennenlernen können, die sich in ähnlicher Lebenssituation befinden.

Das Konzept von Willkommen in Berlin, sich um die Lebenspartner der in Deutschland akkreditierten Diplomaten zu kümmern, wurde auf dem Forum "Gut ankommen" als Modell gewürdigt. Die Mitglieder von Willkommen in Berlin -Ehefrauen des Auswärtigen Amtes und Berliner Damen- organisieren diese Betreuungarbeit: Mit 38 verschiedenen Begegnungsgruppen zu unterschiedlichsten Inhalten wie Literatur- und Konversationsgruppen in 7 verschiedenen Sprachen, Gruppen in Bereichen Kunst, Museum, Geschichte, Sport, Computer, Chor sowie Gruppen, in denen Berlin und Deutschland vorgestellt werden, und noch vieles, vieles mehr...

Dabei steht für die ehrenamtlich tätigen Mitglieder von Willkommen in Berlin nicht alleine ein "Gut ankommen" in Vordergrund, sondern sie betreuen unsere diplomatischen Mitglieder während deren gesamten Verweildauer in Berlin. Unser Ziel ist es, eine gelebte Willkommenskultur für die Partner zu schaffen: Unsere diplomatischen Mitglieder sollen sich wohlfühlen und am Ende ihres Postens freundschaftliche und inhaltsreiche Erinnerungen an Berlin und Deutschland mit in ihr Heimatland oder auf den nächsten Posten mitnehmen.

Dr. Sonja von Goetze
Willkommen-in-Berlin