Besuch im Axel Springer Verlag SE

Am 12. und 19. Februar war die Gruppe 18 - Unbekanntes Berlin - einmal mit 16 englisch sprachigen Damen und einmal mit der deutschsprachigen Gruppe zu Gast im Axel Springer Verlag SE. Beide Gruppen wurden von Herrn Rainer Laabs, Leiter Unternehmensarchiv, sehr herzlich empfangen.
Der persönliche Werdegang von Axel Springer und die damit einhergehende Verlagsgeschichte wurde von Herrn Laabs auf sehr anschauliche Weise erläutert. So konnte Axel Springer aufgrund der Kriegswirren nicht wie geplant seine Lehre als Setzer- und Drucker  beim Ullstein Verlag in Berlin beginnen, sondern tat dies in der väterlichen Firma Hammerich und Lesser. Später ging der geborener Preuße (Altona gehörte damals noch zu Preußen und nicht zu Hamburg) nach Hamburg.
Axel Springer erwarb  ganz gezielt die Rechte am Ullstein Verlag und konnte so einerseits das Überleben dieses großen Verlagshauses sichern und andrerseits seine Tätigkeit dadurch doch noch bei Ullstein realisieren. Heute firmiert sie als Zeitungsverlag unter B.Z. Ullstein GmbH (Tochterfirma des Axel Springer Verlag SE).
Neben der Entwicklung der Hörzu, vom ursprünglichen Radioprogramm zur überregionalen TV Zeitschrift, wurde uns auch die Entwicklung der BILD Zeitung näher gebracht. So kam Axel Springer von einer Reise aus London zurück und „bastelte“ selbst das erste Layout dieser Zeitung. Der Name war Programm. Die Innovation auf dem Titelblatt und auf der Rückseite Foto an Foto zu drucken, war ein absolutes Novum. Die Zeitung kostete damals 10 Pfennig. Damit der Erfolg dieser Zeitung sich auch einstellte, durften die Händler in den ersten vierzehn Tagen den Erlös ohne Abgabe behalten. Es dauerte noch ein weiteres halbes Jahr, bis die erste Anzeige gedruckt werden konnte und damit der Bann gebrochen war.
Wußten Sie, dass die bekannte Barbie Puppe ursprünglich als Bild Lilli in Form eines Cartoons die Welt erblickte? Für eine Spalte fehlte der Text und so wurde der Graphiker Reinhard Beutien damit beauftragt diese Spalte mit einer Graphik zu füllen. Die Bild Lilli war geboren und erschien fast 10 Jahre lang (1952-1961) als Comic in jeder Ausgabe. Zu Merchandising Zwecken wurden auch Bild Lilli Puppen angefertigt, die für zehn DM verkauft wurden. Ruth Handler, die Mitbegründerin der Firma Mattel, entdeckte die Puppe 1957 bei einer Europa Reise. 1964 kaufte Mattel Springer die Rechte an der Puppe für 68.000 DM ab. Die Barbie war geboren.
Aus heutiger Sicht zwar kein so guter Deal - aber Puppen waren nicht das Kerngeschäft des Axel Springer Verlages.
Heute erwirtschaftet der Axel Springer Verlag 70 % seines Umsatzes mit digitalen Medien.

Besuch im Axel Springer Verlag SE
Rainer Laabs, Leiter Unternehmensarchiv