In der Julius-Leber-Kaserne

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2018 interessierte sich WiB für die Frauen in der Bundeswehr. In der Julius-Leber-Kaserne - Standort des traditionsreichen Wachbataillons der Bundeswehr – erläuterte der Kommandant, Oberstleutnant Patrick Bernhardy, zunächst den protokollarischen Ehrendienst seiner Einheit. Im Schnitt jährlich 560 Einsätze, zum Beispiel anlässlich des Empfangs ausländischer Staatsgäste oder der Akkreditierung neuer Diplomaten, hat das Bataillon zu leisten. Zu den Einstellungskriterien seiner Truppe gehören Präzision, Sinn für Akkuratesse, Rhythmus, Tempogefühl und eine Körpergröße zwischen 1,75 m und 2,00m – die Einheitlichkeit soll gewahrt werden, Bärte sind nicht erlaubt. Die Präsentation des Gewehrs im protokollarisch vorgeschriebenen Infanteriegriff führten drei Soldatinnen vor.

Die perfekte Überleitung zum Thema „Frauen in der Bundeswehr“. Welche Karrierechancen haben Frauen im Soldatenberuf? Ministerialdirektorin Alice Greyer-Wieninger, Abteilungsleiterin im Verteidigungsministerium,  umriss die Veränderungen seit den 1970er Jahren, als die Bundeswehr begann, sich allmählich den Frauen zu öffnen, und dies nicht nur im medizinischen Bereich und der Verwaltung. Die erste Generalin gab es 1994. Seit 2001 stehen grundsätzlich alle Laufbahnen auch den Frauen offen. Der Frauenanteil liegt heute bei 11,8%. Eine gute Ausbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, inzwischen auch Frauen in Führungspositionen, machen den Beruf zunehmend attraktiv. „Turning potential into capability“ ist das zukunftsweisende Motto, das Frau Greyer-Wieninger  auch mit Hilfe ihrer Netzwerke wie „Initiative Chefsache“ in der Bundeswehr umsetzen möchte.