Indonesische Batik

In Java, Indonesien, ist Batik eine alte Tradition und ein Ausdruck kultureller Identität. In Zusammenarbeit mit der Indonesischen Frauenvereinigung in Berlin und der indonesischen Botschaft lud WiB  am 19. März 2019 zu einer Batikpräsentation in der indonesischen Residenz ein. Muhammad Nauval und Epi Gunawan, zwei Batik-Experten aus Bandung (der Hauptstadt von West-Java), waren eigens für diese Veranstaltung nach Berlin gekommen.

Sartika "Titi" Oegroseno, die Frau des indonesischen Botschafters, erklärte in ihren Begrüßungsworten, dass die UNESCO 2009 die indonesische Batik als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit anerkannt hat. Der 2. Oktober wird als Nationaler Batiktag in Indonesien gefeiert, wo die ganze Nation stolz Batik zu Ehren der alten Tradition trägt. Die Komplexität und die einzigartigen Details der Batikherstellung wurden von Herrn Nauval und Herrn Gunawan veranschaulicht. Die Herstellung von Batik kann Wochen oder sogar Monate dauern. Da es sich um ein sehr zeitaufwendiges und damit teures Handwerk handelt, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eine Cap (Kupferstempel) entwickelt, die ein höheres Volumen der Batikproduktion ermöglicht und den Stoff für die Kunden erschwinglicher macht.

Die Verwendung von Heißwachs und Farbstoff in der Batikherstellung wird seit Jahrhunderten praktiziert. Mit der Batiktechnik wird Batik Jumputan, auch bekannt als Ikat, hergestellt. Herr Nauval und Herr Gunawan demonstrierten die Falt- und Bindetechniken mit Gummibändern auf einem taschengroßen Tuch und die Verwendung von Münzen oder Murmeln zur Herstellung einzigartiger Muster. Die Mitglieder folgten den Anweisungen gewissenhaft, um die gewünschten Muster zu erreichen. Drei Schalen mit unterschiedlichen Farbstoffen wurden außerhalb des Raumes aufgestellt, wo die Mitglieder abwechselnd das gefaltete gebundene Tuch in die Schalen tauchten und versuchten, Farbkombinationen zu finden, die ein Motiv ergeben. Nach dem Entfernen der Gummibänder wurden die farbigen Stücke zum Trocknen in die Sonne gehängt. Jeder bewunderte seine eigene farbenfrohe Ikat-Kreation.

Während sie auf das Trocknen des Ikat warteten, setzten die Mitglieder die Batikherstellung mit Wachs fort. In den Worten von einem der Lehrer: "Wenn es kein heißes Wachs ist, dann ist es kein Batik". Die in der Batikherstellung verwendeten Werkzeuge sind eigentlich sehr einfach. Canting, vermutlich eine rein javanische Erfindung, ist ein kleiner kupferfarbener, stiftartiger Behälter mit kurzem Bambusgriff. Wajan ist ein eiserner Behälter, in dem das Wachs geschmolzen wird, bis es vollständig verflüssigt ist. Die Mitglieder tauchten vorsichtig ihre Cantings in den Wajan und füllten ihn mit heißem Wachs. Konzentriert verfolgten sie den gezeichneten Umriss des komplizierten Batikmusters auf dem Stoff und hielten die Hände ruhig, um ein versehentliches Verschütten zu verhindern. Fehler sind sehr schwer zu korrigieren. Nach dem Auftragen des Heißwachs trugen die Teilnehmerinnen drei verschiedene Farben auf die Muster auf. Leider war die Zeit begrenzt. Alle Teilnehmerinnen versuchten ihr Bestes, um das Batik-Meisterwerk in 15 Minuten zu schaffen! Den Abschluss der unterhaltsamen Veranstaltung bildete ein leckeres Buffet mit beliebten indonesischen Gerichten.

Herzlichen Dank an die Gastgeberin Titi, die Indonesische Frauenvereinigung, Herrn Nauval und Herrn Gunawan für die ausgezeichnete Einführung in die Kunst der indonesischen Batik!


Bilder 2, 3, 4: mit freundlicher Genehmigung von der indonesischen Botschaft.