WIB-Reise nach Paraguay, 25. September - 7. Oktober 2018

WIB-Mitglieder besuchten auf Anregung von Fatima Paniagua de Ojeda, Frau des Botschafters von Paraguay, Lateinamerika. Dem eigentlichen Reiseziel Paraguay war ein Stopover in Buenos Aires vorgeschaltet, wo die Reisegruppe von dem deutschen Botschafter in Argentinien, Jürgen Christian Mertens und seiner Frau Cecilia, selbst langjähriges WIB-Mitglied, sehr herzlich in ihrer Residenz zu einem gelungenen Austausch mit dortigen Diplomatenpartnern empfangen wurde.

Schon am ersten Tag in Paraguay stand dann - nach einer Besichtigung der aufstrebenden Hauptstadt Asunción - ein Lunch mit dem erst seit August 2018 amtierenden Staatspräsidenten Mario Abdo Benítez und First Lady Silvana López Moreira unter Teilnahme von zahlreichen Ministern auf dem Programm; eine großartige Einstimmung auf die Gastfreundschaft des Vielvölkerstaates, mit ca. 6 % Einwanderern deutscher Herkunft.

Im Verlauf der Reise erfuhren die Teilnehmer dann mehr über die Kultur der indigenen Ureinwohner, deren gleichnamige Sprache "Guarani" heute von über 80 % der Bevölkerung gesprochen wird.  Ab 1610 boten Jesuiten den Guarani Schutz in Reduktionen, faszinierten sie mit Barock-Musik und lehrten sie europäische Handwerkskunst. Die Missionsdörfer sind heute UNESCO Weltkulturerbe und teilweise sehr gut erhalten. Besonders die reich ausgeschmückten Kirchen begeistern mit barockem Dekor, bei dem die Guarani aber auch Bezug auf ihre Pflanzen- und Tierwelt genommen haben. So entstand ein einzigartiger Stil.

Die Reise führte durch weite Sumpflandschaften, Savanne und später an der argentinischen und brasilianischen Grenze, die teilweise mehrfach überschritten wurde, auch durch subtropische Wälder, wo die überwältigenden Iguazú-Wasserfälle, bestehend aus 20 größeren sowie 255 kleineren Wasserfällen, besichtigt wurden.

Durch das Reiseprogramm erhielten die Teilnehmer einen guten Einblick in die seit Jahren wachsende Wirtschaftsleistung des Landes, die von Rinderzucht, Soja- und Mateproduktion, aber auch von der Gewinnung von zu 100 % erneuerbarer Energie bestimmt wird. Sie stammt aus den beiden riesigen binationalen Wasserkraftwerken Itaipú und Yacyretá.

Am letzten Tag hatte der deutsche Botschafter in Paraguay, Dr. Claudius Fischbach,  die Reisegruppe dann in seine Residenz eingeladen, wo ein großes Fest zum Tag der deutschen Einheit stattfand. Noch einmal gab es Gelegenheit zum Austausch mit Paraguayern, von denen viele sehr gut Deutsch sprechen und sich mehr akademischen und wirtschaftlichen Austausch und eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland wünschen. Diese faszinierende Reise in ein landschaftlich und kulturell vielfältiges, vom Massentourismus noch unentdecktes Land, wird unvergesslich bleiben.