WiB-Reise nach Zentralasien, 21. September - 4. Oktober 2019

Gulnaziya Nussupova, die Frau des früheren kasachischen Botschafters und bis zum Sommer im WiB-Beirat aktiv, hatte für WiB-Mitglieder und Freunde eine Reise in ihre Heimat organisiert, die vielfältiger nicht hätte sein können. Auf dem Programm stand zunächst die frühere Hauptstadt Almaty, die durch ihre Lage inmitten der bis knapp 5.000 m hohen Berge des Tian Shan mit wunderschönen Seen besticht.  Sie liegt im Südosten des zentralasiatischen Staates ca. 25 km bis zur der Grenze von Kirgisistan und etwa 300 km zur Grenze von China. Einen ersten Eindruck von der orientalischen Atmosphäre erhielten die Teilnehmer bei einem Besuch der Stadt und der Basare. Schon eine kurze Bustour später befand man sich vom Stadtzentrum aus auf ca. 3.000 m. Bei einem Ausflug in den Charyn Canyon hatten die Reisenden die Gelegenheit, die einzigartige Landschaft der dortigen Steppe kennenzulernen, durch die Gesteinsformationen des Tales der Schlösser zu wandern und völlig überrraschend mitten in der Halbwüste an einem reißenden Wasserlauf mit grüner Oase zu rasten.
 
In Nur-Sultan gab es ein Wiedersehen mit Gulnaziyas Mann, dem ehemaligen Botschafter Bolat Nussupov, der jetzt Direktor der Abteilung für Außenwirtschaftpolitik im Außenministerium ist.  Die Hauptstadt mit ihren spektakulären Bauwerken beeindruckte ebenso wie das neue Astana International Financial Centre, in dem die Teilnehmer mehr über das wirtschaftliche Potential des Landes erfuhren. Besondere Freude bereitete - bei traditionellem kasachischen Essen - ein Abend mit unserem ehemaligen Mitglied Rita Onzhanova und ihrem Mann Nurlan Onzhanov, den einige Teilnehmer noch als früherer Botschafter in Berlin kannten und der heute "Head of the office of the President" ist.  Auch von dem deutschen Botschafterpaar wurde die Gruppe netterweise sehr herzlich zu einem Mittagessen in der deutschen Residenz empfangen. Unvergesslich bleiben wird die Gastfreundschaft - auch in Privathäusern - und die Warmherzigkeit, mit der der Reisegruppe begegnet wurde.
 
Auf Anregung und Vermittlung der usbekischen Botschaft reisten die internationalen Teilnehmer nun nach Usbekistan weiter. Die interessante Geschichte, eng verwoben mit dem Großreich des Amir Timur, und die farbenprächtige Architektur des Landes wurde durch zahlreiche Einflüsse verschiedener Völker geprägt. Das schöne Land verfügt über fruchtbare Böden, warmes Klima und viele Bodenschätze und gehört zu den kulturhistorisch bedeutsamen Stätten Zentralasiens. Die Reisenden erfuhren von der Erfindung der Algebra und des Algorithmus durch Mohammed ibn Musa al-Choresmi, geboren um 780, besuchten das Avicenna (Ibn Sina, 980-1037) Museum und das Observatorium des Ulug Beg aus dem Jahr 1424. Von Chiwa, dessen Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, bis Buchara und Samarkand konnten die berühmten Moscheen, Medresen (religiöse Schulen) und Mausoleen bewundert werden, einzigartige Zeugnisse der Blüte des Handels auf der Seidenstrasse.  Vertreter der lokalen Verwaltung, empfingen die Gruppe sehr freundlich. Es gab Gelegenheit, mehr über Menschen und Kultur des Landes zu erfahren, die auch noch heute mit der Seiden- und Baumwollstoffherstellung verbunden ist. Weinprobe, Musik- und Tanzabende rundeten das Programm ab.

Am 3. Oktober - in der hübschen und grünen Hauptstadt Taschkent - hatte der deutsche Botschafter zu einer würdigen Feier des Tages der deutschen Einheit eingeladen, so dass man sich schon fast wieder wie zu Hause fühlen konnte.