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Bötzow Brauerei und Umgebung - von Industriegeschichte zu innovativer Mischnutzung

Bei äußerst mildem Dezemberwetter führte uns Ulf Meyer durch die Berliner Brauerei- und Industriegeschichte. Gleich 14 Brauereien hatten sich Anfang des 19. Jahrhunderts im Prenzlauer Berg angesiedelt – die sogenannte „Barnimkante“, eine kleine eiszeitliche Erhebung, begünstigte den Einbau unterirdischer Keller und großer Gärbottiche.

Wo früher Bier in riesigen Bottichen reifte und die Fässer mit Pferdekarren ausgeliefert wurden, geht es heute ganz anders zu. Architekt David Chipperfield sanierte die alten Backsteingebäude der Bötzow-Brauerei mit viel Feingefühl und ergänzte sie durch moderne Bürogebäude aus Sichtbeton. In den ehemaligen Gewölbekellern blubbert das Wasser der Jacuzzis des Fitness-Studios John Reed – genau dort, wo einst die Gärbottiche standen.

Nicht weit von der Bötzow-Brauerei liegt der Pfefferberg, einst von Joseph Pfeffer gegründet. Dort gibt es auch heute noch eine kleine Craft-Brauerei, daneben Galerien, Kulturorte und Gastronomie. Hier hat der international bekannte Künstler Ólafur Elíasson sein Atelier. Das AEDES Architekturforum bietet Raum für Ausstellungen rund ums Bauen. Ein echter Hingucker ist das Atelierhaus des Büros Pysall mit seinen faltbaren Metallfassadenelementen. Wer Architekturzeichnungen liebt, sollte das Tchoban Foundation – Museum für Architekturzeichnung nicht verpassen. Der Neubau zieht mit seiner expressiven Form und einer einzigartigen Sammlung Fans aus der ganzen Welt an.

Ein Spaziergang rund um die Bötzow-Brauerei ist wie eine kleine Zeitreise durch die Berliner Industriegeschichte, moderne Architektur und das heutige kreative Leben. Hier bleibt die Vergangenheit lebendig und inspiriert neue Ideen.