Schwanenwerder - Monopoly, Goebbels & Brad Pitt
Die kleine Havel-Insel Schwanenwerder, die zwischen Wannsee und Griebnitzsee im Süden Berlins gelegen ist, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ulf Meyer schlug den Bogen von exklusiver Insel für die wohlhabenden Berliner über das dunkle Kapitel der NS-Zeit bis hin zu nicht endenden Legenden.
Der Petroleumlampenfabrikant Friedrich Wilhelm Wessel erwarb 1882 die karge Sandinsel „Cladower Sandwerder“, baute eine Brücke, eine ringförmige Inselstraße und ließ Skulpturen aufstellen, u.a. die künstliche Ruine einer Tuilerien-Säule aus dem Pariser Schloss. Umbenannt in „Schwanenwerder“ entstanden auf der Insel Luxusanwesen für Industrielle und Bankiers. In der ersten deutschen Ausgabe des Brettspiels „Monopoly“ hieß die teuerste Straße übrigens nicht Schlossstraße, sondern “Inselstraße Schwanenwerder“. Mit der Machtübernahme der Nazis erwarben NS-Größen wie Josef Goebbels und Albrecht Speer weit unter Wert Grundstücke von den jüdischen Eigentümern.
Noch heute ist Schwanenwerder, ohne öffentlichen Nahverkehr, ein attraktiver Wohnort für Wohlhabende. Länger hielt sich das Gerücht, dass Brad Pitt hier eine Villa bauen wollte. Auslöser war seine Freundschaft zu den Berliner Graft-Architekten, die die nur vom Wasser einsehbare Villa errichteten. Bei Interesse ist die teuerste Luxusvilla Deutschlands noch zu haben!