In Plüschgewittern

Auf Einladung von Almut Giesen traf sich „Berlin durch Literatur erkunden“ Gruppe am 25. November 2019, um über den Debütroman von Wolfgang Herrndorf "In Plüschgewittern“ zu sprechen. Amélie v. Stenglin führte in die Biographie Herrndorfs ein, die viele Parallelen zu dem Ich-Erzähler des Romans aufweist: Ein Junge und Heranwachsender, der sich weder von Familie noch in seinem schulischen Umfeld verstanden sieht. Der in seiner Pubertät und Studienzeit in seinem Kopf die Umwelt gänzlich anders erlebt, als die Umwelt ihn. Die sich von ihm trennende Freundin bedeutet Flucht nach Berlin – das wilde Berlin der frühen 2000 Jahre – Underground und Dachparties im Prenzlauer Berg. Nichts verhilft ihm zu Ruhe oder Übersicht in seinem Leben. Ein ruheloser und namenloser Erzähler – der am Ende des Buches nicht mehr lebt.

Die Distanziertheit des Erzählers zu allen und allem, seine gnadenlose und gleichzeitig hellsichtige Beurteilung seiner Umwelt, sein zielloses Umherdriften, seine Einsamkeit, die Verständnislosigkeit seiner Familie waren Gegenstand einer sehr lebendigen Diskussion.