Hochzeitsbräuche und Rituale

Frau Altaf Almutawa, Gattin des Botschafters von Kuwait, war am 14. März 2018 die Gastgeberin der englischen Konversationsgruppe. Bei arabischem Kaffee mit Kardamomgewürzen, sah die Gruppe einen kurzen Film über Kuwait. Von der antiken Zivilisation der Beduinen in der Wüste über Perlentaucher und Fischer - es wurden die vielleicht frühesten Boote der Welt gefunden - bis hin zu Händlern von Perlen, Wolle, Gewürzen, Kaffee und Datteln hat sich Kuwait heute in eine moderne Metropole mit hervorragender Infrastruktur, wirtschaftlicher und finanzieller Stabilität, und erstklassigen medizinischen Einrichtungen verwandelt.
 
Nach diesem informativen Film über Kuwait begann die englische Konversation über Hochzeitsbräuche und Rituale auf der ganzen Welt. Hochzeiten können eine universelle Feier sein, aber Traditionen variieren je nach Kultur und Region.
 
In vielen arabischen Ländern wird das Matchmaking noch heute praktiziert. Zu den Ritualen vor der Hochzeit in Ägypten, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Tunesien gehört der Henna-Tag dazu. An diesem Tag wird die Braut an ihren Händen und Füßen mit Henna geschmückt. Tunesien hat dazu noch einen Hammam-Tag für die Braut. Die offizielle Zeremonie findet in Anwesenheit des Mullahs statt. Die Braut wechselt während der Zeremonie und des Gästeempfangs mehrmals ihre Brautkleider.
 
In Kuwait verbringt der Bräutigam sieben Tage im Haus der Braut, bevor er mit seiner Braut in sein Haus zurückkehrt. Bei der tunesischen Braut sind es sieben Tage Vorbereitungen bis zum offiziellen Hochzeitstag. Der traditionelle iranische Heiratsantrag kann bis zu zwei Jahre dauern.
 
Die islamische Hochzeit in Kasachstan besteht aus drei Zeremonien: die Brautzeremonie in ihrem Haus, Öffnung des Brautgesichtes im Haus des Bräutigams, und der religiöse Teil der Hochzeitszeremonie, der vom Mullah durchgeführt wird.
 
Ein traditionelles deutsches Vorhochzeitsritual besteht darin, dem glücklichen Paar einige Porzellanstücke zu bringen und diese zu zerschlagen, getreu dem deutschen Sprichwort “Scherben bringen Glück“.
 
Viele Hochzeitstraditionen haben Grenzen überquert. Zum Beispiel trägt eine amerikanische Braut etwas Neues, Altes, Geliehenes und Blaues. Dieser Brauch wird auch in Belgien und Großbritannien praktiziert. Traditionelle britische Hochzeiten umfassen nicht nur Braut und Bräutigam, sondern auch Brautjungfern und Page Boys. Der Vater der Braut gibt symbolisch die Braut ab.

Bei der Poruwa-Zeremonie praktiziert von Tamilen und Singhalesen in Sri Lanka legt der Vater der Braut ihre rechte Hand auf die rechte Hand des Bräutigams und übergibt damit symbolisch die Braut.
 
Auf der Insel Java in Indonesien ist der erste Teil der Hochzeitszeremonie im Haus der Braut. Hierbeit trägt sie das traditionelles weiße Kebaya-Kleid und den traditionellen Kopfschmuck. Eine zweite Feier findet im Haus des Bräutigams statt.
 
In Japan und Singapur gibt es traditionelle und moderne Hochzeitszeremonien. Die meisten Hochzeitspaare in Singapur bevorzugen eine Kombination aus beiden Zeremonien, die von Familienmitgliedern und Freunden begleitet werden, gefolgt von einem Empfang oder Abendessen, alles am selben Tag und in verschiedenen Hochzeitskleidern. Die japanische Braut, die eine traditionelle Shinto-Zeremonie wählt, trägt von Kopf bis Fuß weiß, einschließlich Make-up, Kimono und Kapuze. Der Bräutigam trägt einen schwarzen Kimono mit fünf Familienwappen.
 
Das Bewusstsein, dass die Hochzeitstraditionen in der ganzen Welt immer noch fortgeführt und an zukünftige Generationen weitergegeben werden, wurde durch diesen interessanten Tag noch einmal erhöht.
 
Ein herzliches Dankeschön an Altaf für einen sehr angenehmen Vormittag mit englischen Konversationen, gefolgt von einem traditionellen kuwaitischen Mittagessen!