Welt der traditionellen Tänze

Wir möchten uns ganz herzlich bei Frau Verónica Albanesi, Gattin des argentinischen Botschafters, bedanken, die uns am 12. November 2018 empfangen hat. Mit ihrer selbst erstellten Videopräsentation gab uns Verónica eine umfassende Beschreibung und Darstellung der Wunder argentinischer Tänze.
 
Als das achtgrößte Land der Welt hat Argentinien herrliche Landschaften mit Tierleben, wunderschönen Küsten, Regenwald und schneebedeckten Bergen. Gauchos hüten die Viehherden; es gibt eine fantastische Auswahl an Speisen und Weinen und als Sport Polo und Fußball. Aber dies ist auch das Land der faszinierenden Musik und Tänze, die sich auf der ganzen Welt verbreitet haben.
 
Der berühmteste Tanz ist der Tango, der im 19. Jh. in Buenos Aires entstand. Dieser wunderschöne Tanz ähnelt dem traditionellen argentinischen Tanz Milonga, bei dem jedoch das Tempo schneller ist und Pausen seltener auftreten. Neue Variationen wurden geschaffen, wie der mutigere Neue-Tango und der Tango-Salon. Das hauptsächlich verwendete Instrument ist ein Bandoneon.
 
Viele traditionelle Volkstänze begleiten zahlreiche Feste in Argentinien. Hierzu gehören der Nationaltanz Zamba; der Partnertanz Chacarera aus dem ländlichen Norden, der Gruppentanz Malambo, entstanden im 17. Jh., der fröhliche schnelle Tanz Carnavalito und der Murga, der dem Karneval- und Musiktheater-Tanzstil gleicht.
 
Die argentinischen Tänze gaben die richtige Stimmung für unsere englische Konversation über die verschiedenen Tanzarten in unseren Ländern. Musik und Tänze sind seit jeher Teil von Feiern und Zeremonien. Glücklicherweise wurden diese Tanztraditionen von Generation zu Generation weitergegeben, so dass wir sie immer noch genießen können.
 
In Großbritannien gibt es traditionelle Tänze, die die Bevölkerung erfreuen: Morris Dance, ein alter englischer Volkstanz mit Darstellern, die Märchenkostüme mit Glöckchen tragen; der Maibaum-Tanz um eine hohe Stange mit langen Bändern, der schottische Tanz mit Männern und Frauen im Kilt, und der irische Step-Tanz.
 
Der Wiener Walzer ist nach wie vor der beliebteste Ballsaaltanz in Österreich und Deutschland. Der bayerische Schuhplattler-Tanz aus dem 19. Jh., auch als Alpentanz genannt, wird von Männern in Lederhosen aufgeführt, die auf ihre Oberschenkel und Fußsohlen klatschen und jedem Lachen und Spaß bringen.
 
Viele traditionelle Musik und Tänze haben Grenzen überschritten. Zum Beispiel haben die Kapverdianer portugiesische und afrikanische Tanzstile und Einflüsse angenommen. Musik und Tanz des Coladeira zeigen einen ausgeprägten südamerikanischen, überwiegend brasilianischen Einfluss.
 
In Indonesien gibt es mehr als 3.000 ethnische Tänze. Balis berühmter Kecak-Feuertanz wird gerne beim Sonnenuntergang von Tänzern aufgeführt, die in balinesische Sarongs gekleidet sind. Der attraktive Bedaya-Tanz aus Yogyakarta zeichnet sich durch grazile Bewegungen von weiblichen Darstellern in wunderschönen Kostümen und Kopfbedeckungen aus, die von Gamelan-Musik begleitet werden.
 
Traditionelle Tänze gibt es im iranischen Alltag schon lange. Es gibt den Solotanz mit zarten Bewegungen von Händen und Armen. Ketten- oder Linientänze vieler Menschen sind in Regionen und Gemeinschaften beliebt und sollen Einheit repräsentieren. Der Kampftanz wird von Männern ausgeführt, die Holzstöcke schlagen und sich im Kreis drehen. Zu den rituellen Tänzen gehören der Feuertanz und der Regentanz.
 
Kasachstan hat eine Tradition des Reitens, der Musik und der Tänze. Kasachische Tänze haben Formen von Jagdszenen angenommen, die Mut und Emotionen ausdrücken; Volkstänze spiegeln das Leben und die Gebräuche der Menschen. Während männliche Tänzer scharfe oder akrobatische Bewegungen zeigen, bewegen sich Tänzerinnen in langen Kostümen und traditionellen Kopfbedeckungen, anmutig und künstlerisch im Rhythmus der Musik.
 
Die alten japanischen Tanzstile bestehen aus drei Elementen: Mai, Odori und Furi. Der Mai-Tanz ist magisch und edel, er wird zu feierlicher Musik getanzt. Der Furi-Tanz drückt tägliche Bewegungen und Gesten aus. Der Odori-Volkstanz basierend auf leichter Musik wurde für das Volk kreiert. Bis heute wird der Awa-Odori-Tanz von allen genossen.
 
Kenias multi-tribale Gemeinschaften haben ihre einzigartigen Tanzstile und Gewänder. Der Maasai-Tanz aus dem Norden besteht darin, einen Kreis zu bilden und hoch zu springen. Die Kamba-Tänzer aus dem Osten schütteln die Schultern und stampfen mit den nackten Füßen. Kikuyu, der bevölkerungsreichste Stamm, konzentriert sich auf rhythmische Fuß- und Handbewegungen. Die Luo-Gemeinschaft aus dem Westen Kenias hat einen sehr energischsten Tanz mit Schütteln des ganzen Körpers.
 
Das Konzept des Tanzes in Sri Lanka entstanden im 4. Jh. v. Chr., geht auf dem Wunsch zurück, Naturkatastrophen und Krankheiten zu vertreiben. Heutzutage gibt es 3 Haupttanzformen. Der Nationaltanz Kandyan initiiert Tierbewegungen oder erzählt Geschichten von Königen und Helden. Der Maskentanz ist sehr ritualistisch, wobei Tänzer Masken tragen, die Vögel, Reptilien usw. darstellen. Schließlich gibt es den religiösen Tanz Sabaragamuwa.
 
Die reiche Vielfalt der tunesischen Tänze reflektiert die Bevölkerungsströme über Jahrhunderte. Sehr beliebt für Tänzerinnen ist der Schal-Tanz mit Hüftbewegungen. Der Nuba-Tanz von den Inseln Djerba und Kerkennah wird von Männern und Frauen ausgeübt, die mit Wasser gefüllte Töpfe auf ihren Köpfen balancieren.
 
Der Drachentanz, begleitet von Trommeln, ist einer der am meisten gezeigten Tänze während offizieller Zeremonien und Feste in Singapur. Der Drache symbolisiert Glück, und je länger der Drachentanz dauert, desto mehr Glück bringt er der Gemeinschaft. Die vielfältigen traditionellen Tänze im Jemen variieren je nach Stadt oder Dorf. Die Tänze sind für Männer und Frauen unterschiedlich, mit zarter Musik und Rhythmen für Frauen, während Männer den traditionellen Baraa-Tanz zu großen Trommeln ausführen.

Nach dem wunderbaren Erleben der Tänze aus der ganzen Welt folgte ein gemütlicher Empfang mit argentinischen Köstlichkeiten in der Residenz. Die angehängten Fotos zeigen einen schönen gemeinsamen Vormittag.